Längere Touren ohne PKW aber mit Hund erfordern manchmal unkonventionelle Lösungen. Ist der Vierbeiner nicht mehr so gut zu Fuß, sind Wochenendausflüge auf “allen Vieren” kontraproduktiv. Jeder Radfahrer kann den Erlebnisradius seiner Familie mit Hund erweitern, in dem er sich für einen Hundeanhänger entscheidet. Doch wenn der Hund partout nicht einsteigen oder sich ruhig verhalten möchte, endet die gute Idee meist mit einem in der Garage geparkten und ungenutzten Hänger. Diese Tipps hier helfen bei der Eingewöhnung und führen den Vierbeiner und den Zweibeiner langsam an die neue und ungewohnte Fortbewegungsmethode heran.

Der richtige Umgang mit der Angst

Mit der Anschaffung des Anhängers sollte man ebenso verfahren wie mit dem Kauf eines neuen Möbels. Der Hundetransporter wird im Sichtbereich abgestellt und ganz einfach “in Ruhe gelassen”. Die Neugier des Hundes siegt, so dass er über kurz oder lang automatisch zu dem “Eindringling” vordringen und ihn inspizieren wird.
Ängste abbauen vor der ersten Ausfahrt mit dem Hundertransporter Kein Hundehalter sollte versuchen, das Tier direkt im Erstkontakt mit dem Hänger dazu zu überreden, einzusteigen und sich den Transporter von Innen anzusehen. Wer dem Hund Zeit gibt und die Ruhe bewahrt, kann Angst und Unsicherheit ausschließen. Dass vom Hundeanhänger keine Gefahr ausgeht, merkt das Tier am schnellsten, wenn er sich selbst auf Entdeckungstour begibt – ohne gutes Zureden und vor allem ohne Zwang.

Ein Klassiker – die Tunnelübung aus der Hundeschule

Für die erste Inspektion von Innen hat sich ein im Hundeanhänger befindliches Leckerli bewährt. Beobachten Sie, aber greifen Sie nicht ein und überreden Ihren Hund nicht zu einem beherzten Sprung in den Anhänger. Auch das Lieblingsspielzeug ist eine Möglichkeit, den Hund in den Anhänger zu locken. Die Tunnelübung kennen viele Hundebesitzer bereits aus der Hundeschule. Auch dort stand die eigene Überwindung des Hundes im Vordergrund und durfte durch Belohnungen gefördert werden. Der Besitzer steht dazu auf der Seite der Deichsel, während er den Hund in und durch den Innenraum des Hundetransporters lockt.

Kleine Leckerlis machen den Reiz aus

Es ist ein Fakt. Einem Leckerli, dem Lieblingsfutter oder dem favorisierten Spielzeug wird auch der hartnäckigste Verweigerer nicht lange widerstehen. Gerade mit Leckerlis lassen sich Hunde zu Handlungen animieren, die sie ohne die Aussicht auf einen köstlichen Bissen nicht ansatzweise erwägen. Futter fassen im Anhänger für Hunde Wo es Futter gibt, ist für jeden Hund ein positiver Ort.

Wird der Fahrradanhänger mit einem positiven Erlebnis verbunden, muss die erste Tour im Freien nicht lange auf sich warten lassen.

Stressminderung durch Rituale und Ruhe

Die Hundedecke im Anhänger und der Anhänger im Haus können in der Lernphase zum Ritual werden. Es ist keine Seltenheit, dass der Hund den Transporter ganz ohne Aufforderung aufsucht und ihn als ruhigen und persönlichen Platz akzeptiert. Ebenso wie ein Hundeschlafkorb kann der Anhänger die Position des Lieblingsplatzes einnehmen. Die hintere Luke ist in diesem Moment bereits verschlossen. Liegt der Hund entspannt im Transporter, wird auch die Einstiegsluke geschlossen. Erst wenn es den Hund spürbar nicht mehr interessiert oder gar stresst, sollte zum nächsten Teil der Eingewöhnung übergegangen werden.

Erste Übungen – am besten in den eigenen vier Wänden

Diese Übung setzt das grenzenlose und kompromisslose Vertrauen des Hundes in seinen Halter voraus. Das Tier liegt entspannt im geschlossenen Hundeanhänger, dessen Deichsel mit der Hand angehoben wird. Langsam und vorsichtig wird das Gefährt auf den Rollen gezogen. Hundeanhänger: Rollen im Wohnraum

Dabei behält der Hundeführer sein Tier im Blick und beendet die Übung, sollte der Hund Anzeichen von Angst zeigen. Die Gewöhnung an das bewegte Gefährt ist eine echte Herausforderung für den Vierbeiner und verlangt ihm eine große Portion Überwindung ab. Großzügig sollte daher auch die Belohnung ausfallen, die diese Übung deutlich vereinfacht und die Trainingszeit verkürzt.

Der Erstversuch mit dem Hundeanhänger an der frischen Luft

Bisher war der Hundehalter im stetigen Blickkontakt mit dem Tier. Nun geht es mit dem Transporter an die frische Luft und die erste Befestigung am Fahrrad erfolgt. Am besten sitzt der Hund zu diesem Zeitpunkt nicht im Hänger, sondern springt nach der Befestigung des Hundeanhänger auf. Für die erste Trockenübung kann der Anhänger aber auch mit Hund am Fahrrad befestigt werden. Wichtig ist, dass das Rad sicher steht und auch bei einer stärkeren Bewegung im Hänger nicht umfallen kann.

Eigeninitiative gefragt – Belohnungsprinzip wirkt Wunder

Der Anhänger ist befestigt und der Hund steht bereit. Hat er alle bisherigen Phasen der Eingewöhnung mit Bravour gemeistert, reicht ein “Hopp” als Einstiegshilfe aus. Erwartet den Vierbeiner im Transporter eine kleine Belohnung, wird er umgehend reagieren sich seine Belohnung schmecken lassen. Hund im Anhänger für Fahrräder Erst wenn er liegt, wird die Einstiegsluke verschlossen.

Der Hund sollte ab diesem Zeitpunkt nicht mehr aufstehen und mit einem entspannten Gesicht im Anhänger liegen.

Warum die Leine nicht in den Hundeanhänger gehört

Ein sicher verschließbarer Hundeanhänger verfügt auch in Ausnahmesituationen über “Ausbruchsschutz”. Eine den Weg kreuzende Katze oder der verfeindete Nachbarshund sollten den Vierbeiner zwar nicht aus der Ruhe bringen, doch auszuschließen ist diese Reaktion nie. Manche Hundehalter neigen zum Anleinen im Anhänger. Die Leine hat im Transporter nichts verloren, da sie den Hund nicht sichert, sondern eine Gefahr für seine Gesundheit darstellt. Er kann sich einwickeln und durch das Verheddern in der Leine panische Angst entwickeln.

“Schiebung” im gewohnten Umfeld

Die ersten kürzeren Ausflüge sollte man im gewohnten Umfeld und dem geschobenen Fahrrad unternehmen. Hier erkennt man am besten, ob sich der Hund sicher fühlt oder in welchen Situationen er unter Stress gerät oder sogar Angst zeigt. Schieben von Fahrrad und Anhänger für Hunde

Selbst der mutigste Hund merkt auf den ersten Fahrten, dass er keine Chance zur Flucht hat und dass er dem Hundehalter voll und ganz vertrauen muss. Hat das Tier eine stressige Situation erfolgreich gemeistert, ist eine Belohnung die schönste Anerkennung und ein Fundament für mehr Mut.

Die erste richtige Fahrt: Achtung – Gefahr durch Ablenkung!

Jetzt kommt der Moment, auf den Hund und Halter einige Zeit hingearbeitet haben. Für den ersten größeren Ausflug empfiehlt sich eine Strecke, die bestenfalls durch die Natur oder über eine ruhige Landstraße führt. Je weniger Ablenkung am Wegesrand lauert, umso intensiver kann der Hundehalter auf individuelle Situationen und Stimmungen des Hundes reagieren. Erst mit einem völlig entspannten und sicheren Hund sollte ein Ausflug in eine reizüberflutete Stadt erfolgen.