Hand am Handy? Nicht für Radfahrer in Holland! Wer eine Radtour durch die Niederlande plant, kann zum Navigieren nicht mehr auf sein Smartphone gucken!

Handy-Verbot im Radfahrerstaat

Was in Deutschland schon lange verboten ist, war bis vor kurzem in den Niederlanden noch uneingeschränkt gestattet: Die Benutzung eines Handys während des Fahrradfahrens. Jetzt soll sich das ändern, denn die Unfälle, die durch Ablenkung am Lenker entstanden sind, haben alarmierende Höchstzahlen erreicht. In einem Land, bei dem das Verhältnis von Fahrrädern zu Einwohnern bei 1,4 Rädern pro Staatsbürger liegt, scheint es angebracht zu sein, Regelungen für die Smartphone-Nutzung zu treffen.

Was darf man jetzt nicht mehr?

Jegliche Art von Benutzung des Smartphones, bei dem sich der Finger zum Handy bewegt, ist nicht mehr erlaubt. Das schließt sowohl das Telefonieren ohne Freisprech-Einrichtung als auch die Nutzung von Handys in einer Haltevorrichtung am Lenker mit ein! Musikhören über Kopfhörer ist ebenfalls nicht mehr erlaubt, seitdem die Zahl der ablenkungsbedingten Unfälle insbesondere bei jungen Menschen stark zugenommen hat.

Handyverbot beim RadfahrenIn Deutschland ist die Handynutzung in einer Lenkerhalterung erlaubt, das sollte bei einer Grenzüberquerung also beachtet werden, damit man nicht direkt 20 Meter hinter der Grenze das erste Knöllchen kassiert. Einhändig fahren und telefonieren darf man in Deutschland seit 2015 nicht – hier droht ein Bußgeld von 55 Euro.

Was ist denn noch erlaubt?

Das Handy darf in der Tasche mitgeführt werden und betriebsbereit sein – über einen Kopfhörer oder eine andere Freisprechfunktion darf weiterhin während der Fahrt telefoniert oder per Sprachsteuerung navigiert werden. Hörbücher oder Podcasts, mit denen sich bisher viele Radler auf ihren Pendlerstrecken unterhalten haben, dürfen nicht mehr gehört werden. Nachdem im Jahr 2017 207 Radfahrer tödlich verunglückt sind, mussten Regelungen gefunden werden, die die Radfahrer vor sich selbst schützen – in diesem Falle mit drastischen Bußgeldern: 95 Euro kostet ein Verstoß gegen das Nutzungsverbot.

Gilt das Verbot nur für Radfahrer?

Natürlich ist das Unfallrisiko und das Gefahrenpotenzial bei einem abgelenkten Radfahrer nicht so hoch wie beim Führer eines PKW – Handynutzung am Steuer eines motorisierten Fahrzeuges wird in den Niederlanden seit Jahren mit 240 Euro Bußgeld bestraft. Doch das neue Verbot der Handynutzung für Radfahrer gilt auch für Rollstuhlfahrer und Fahrer von öffentlichen Nahverkehrsmitteln.

Ein Verbot der Handynutzung beim Radfahren hat aber neben dem verminderten Sicherheitsrisiko noch einen weiteren entscheidenden Vorteil – man kann die Schönheit der Umgebung besser wahrnehmen!