Das E-Bike schreibt längst seine eigene Regeln. Es beflügelt nicht nur den Gesamtmarkt für Fahrräder und erschließt neue Käuferschichten, sondern macht die gelernten, starren Kategorien der Fahrradbranche durchlässiger. Und so hält eine neue Art von E-Bikes Einzug, die in der kommenden Saison einen neuen Trend setzen werden: die Klasse der SUV E-Bikes.

SUV ist englisch und bedeutet »Sports Utility Vehicle« – was ins Deutsche übersetzt in etwa »Sportgebrauchsfahrzeug« bedeutet. Darunter versteht man im Automobilbereich einen Geländewagen, der etwas komfortabler und alltagstauglicher daher kommt und nicht im australischen Outback eine gute Figur macht – sondern auch in der Münchner Innenstadt. Genau so verhält es sich mit SUV eBikes.

E-SUV
Foto: Sergej Fast

SUV eBikes sind die perfekten Allrounder

Ihre Gene haben die neuen All-Terrain-Bikes vom klassischen Mountainbike mitbekommen: Federung und Grobstollreifen machen sie fit für den Outdoor-Einsatz. Aber ihre alltagstaugliche Ausstattung wie Schutzbleche und Beleuchtungsanlage macht sie auch tauglich für den täglichen Weg zur Arbeit. SUV eBikes können auf jedem Terrain glänzen.  Sie sind meist etwas robuster, aber auch schwerer als E-MTBs. Die breite, grobstöllige Bereifung verleiht dem Fahrer ein souveränes Fahrgefühl. Den Komfort der Federelemente schätzt man nicht nur abseits befestigter Wege, sondern auch auf so manchem schlecht gepflegten Radweg in der Stadt. Und auch für längere Fahrradtouren und Radreisende sind sie bestens geeignet: ihre Zuladung fällt oftmals etwas höher aus als bei Mountainbikes. SUVs bieten ab Werk meist einen Gepäckträger. Tagsüber das brave Pendlerbike — und am Wochenende der wilde Abenteurer. Eine eierlegende Wollmilchsau, oder?

Im Prinzip ja. Nur der Begriff „SUV“ ist für das E-Bike etwas problematisch, denn er is negativ aufgeladen. Mit einem SUV E-Bike bewegt man keine unnötigen Tonnen von Stahl, hat keinen exorbitante CO2-Austoß und schiebt auch keine status- und prestigeträchtige Trutzburg vor sich her. Ein schöner und treffender Begriff aus der Motorrad-Branche wäre „Scrambler“. Zu Deutsch: „Kletterer“. So wurden in den 50er und 60er Jahren  Straßenmotorräder bezeichnet, welche durch Grobstollreifen, Schutzbleche und breitere Lenker ihre Robustheit und Geländegängigkeit unterstrichen. Vielleicht ist es aber bezeichnend für die Herkunft der Käuferschichten von E-Bikes, dass diese sich eher an Begriffen der Automobilindustrie orientieren und nicht nativ in der Begrifflichkeit der Zweiradwelt verwurzelt sind. 

Foto: Sergej Fast

Was macht ein SUV E-Bike aus?

Doch streiten wir uns nicht um Worte. Das Konzept eines SUV ist das, worum es geht. Ein SUV E-Bike ist eine sportliches und alltagstaugliches Tourenrad, das möglichst viele Zutaten vom Mountainbike übernimmt. Ein SUV E-Bike schließt die Lücke zwischen Offroad und Onroad. In Geometrie, Aufbau und 28-Zoll-Felgen sieht man manchen E-SUV noch die Herkunft vom Touren- und Trekkingrad an. Das Riese & Müller Superdelite ist so ein E-Bike, das vom Ansatz aus dem Touring-Bereich kommt und dessen Geländegängigkeit dann erhöht wurde. Aber es gibt auch den anderen Weg: Hersteller wie Giant oder Conway nähern sich dem Thema SUV mit Modellen wie dem Quick-E+ FS oder den Xyron C427 ausgehend vom reinrassigen Mountainbike. Müßig zu diskutieren, welcher Ansatz nun der bessere ist – entscheidend ist das Resultat.

Eigenschaften:

Das Herausragende Merkmal der SUV Bikes ist ihre Vielseitigkeit. Sie wollen nicht die Spezialisten einer einzigen Gattung sein. Ein echtes Allmountain-eBike ist im Gelände besser. Ein City-eBike ist der Stadt wendiger. Aber: mit einem SUV eBike fährt man morgens zur Arbeit, nimmt am Nachmittag die Trails auf dem Nachhauseweg mit und kann am Wochenende die Einkäufe transportieren. Wo früher mehrere konventionelle Fahrräder in einer Garage parkten – wie zum Beispiel Mountainbike, Citybike und Trainingsrad – da steht jetzt ein SUV. Den hohen Preise der eBikes ist es geschuldet, dass man nicht mehr eine Vielzahl an einzelnen Bikes hat – sondern “Eines für Alles!”.

Sitzposition:

Die Haltung auf einem SUV E-Bike ist sportlich, aber nicht allzu weit nach vorn gebeugt. Gerade so dass im Gelände genügend Druck auf das Vorderrad gegeben werden kann – aber in der Stadt nicht zu schnell die Handballen schmerzen. Der verbaute Sattel bedient eher die Kategorie “Sport” und weniger den „Komfort“. Hier darf gerne noch nachgerüstet werden, da der Einsatzbereich eines E-SUV so breit gefächert ist, dass serienmäßige Sättel selten den individuellen Anspruch treffen. Von der Sattelbreite orientiert man sich am besten am Trekkingbereich. Auf keinen Fall zu weich wählen – auf längeren Toure kann das die Durchblutung beeinträchtigen. Taubheitsgefühl und Schmerzen sind die Folge.

SUV eBikes
Foto: Scott

Welche Ausstattung sollte ein SUV E-Bike haben?

Reifen:

Hauptzutat eines SUV E-Bikes sind die vergleichsweise breiten Reifen inklusive eines gemäßigten Geländeprofils. Die breiteren Reifen machen nur auf breiteren Felgen Sinn, weshalb der Boost-Standard bei Vorder- und Hinterachsen auch in dieser Klasse Einzug hält. Diese Plus-Reifen können auf breiten Felgen mit weniger Luftdruck gefahren werden, ohne von der Felge zu springen. Das Resultat ist ein wesentlich bequemeres Fahren in der Stadt, denn Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher und Kantsteine werden komfortabler überrollt. Das Laufgeräusch der gemäßigten Offroad-Reifen ist leiser als bei ausgeprägten Grobstöllern. Das geht etwas zu Lasten von Traktion im Gelände. Aber SUV E-Bikes sind auch nicht in Bikeparks und extremem Gelände zuhause. Ihre Stärken spielen sie auf unbefestigte Wegen, mit feinem bis grobem Schotter, losem Sand und wurzeligem Waldboden aus. Unser Tipp: pannensichere und leichtlaufende Reifen aufziehen. Und wer ab und an einen Abstecher ins Gelände wagt, sollte über eine Umrüstung auf Tubeless nachdenken.

Antrieb:

Antrieb und Akku eines SUV E-Bikes stammen aus dem Mountainbike-Regal eines Herstellers. Das macht klar: das SUV kann extreme Steigungen im Gelände meistern und ist nicht bloß ein „Blender“. Als Antriebe kommen die bekannten E-MTB Motore, wie der Shimano e8000, der Brose Drive S, der Yamaha PW-X und natürlich der Bosch Performance CX zum tragen. Auch ein Performance Line (ohne CX) ist ein geeigneter Motor, der den Focus etwas mehr auf Trekking legt. Die Batterie-Kapazität sollte mindestens 500 Wh betragen und für 130 Kilometer Reichweite gut sein. Das SUV ist ein „Long-Distance-Runner“. Auch Dual-Akku-Lösungen und/oder Range-Extender machen an einem SUV Sinn. Denn wenn es mal ins Gelände mit schweren Böden geht, schmilzt die Reichweite eines 500 Wh Akkus schnell mal auf 50 Kilometer und weniger.

Schaltung:

Zugegeben: bei einem Reise- und Tourenrad ist  ist die Kombination Riemenantrieb und Nabenschaltung sehr reizvoll, da sie ohne Fett auskommt, sich nicht so leicht verstellt und deutlich verschleißärmer ist. Aber bei den meisten Schaltungsnaben muss das Drehmoment des Antriebs auf 50 Nm gedrosselt werden. Wer Riemen und Nabenschaltung will, kann das auch bei manchen SUV E-Bikes bekommen. Er wird aber aufgrund der reduzierten Motorkraft an steile Steigungen früher schlapp machen. Die Kettenschaltung ist in hügeligem und bergigem Terrain daher immer noch die erste Wahl für Schaltungen. Einzige Ausnahme: die Rohloff E-14 Nabenschaltung, die auch mit höchsten Drehmomenten klarkommt. Allerdings wiegt sie auch deutlich mehr als eine Kettenschaltung.

Ausstattung:

Um es mit einem Wort zu sagen: Alltagstauglich! Das fängt bei einer ordentlichen und fest verbauten Lichtanlage an, die optimalerweise über den Akku des E-Bikes gespeist wird, bis hin zu stabile Schutzblechen, die auch bei einem Sturz im Gelände nicht sofort verkratzen und verbiegen. Auch die “Todsünde” an einem Mountainbike darf an einem SUV nicht fehlen: der Fahrradständer. Alleine wegen diesem Detail werden eingefleischte Mountainbiker über SUV E-Bikes die Nase rümpfen. Was soll`s! Und natürlich darf an einem echten SUV E-Bike ein ordentlicher Gepäckträger mit ausreichender Zuladung ebenfalls nicht fehlen.

Und damit sind wir bei einem Ausstattungsdetail angelangt, das man zwar nicht sehen kann – aber welches ungemein wichtig ist: eine erhöhte Zuladung! Ein SUV E-Bike sollte unserer Meinung nach ein zulässiges Gesamtgewicht von mindestens 130 Kilo aufweisen, damit man auch auf echte Outdoor-Tripps gehen. Denn ein SUV ist die schwerste Fahrradkategorie unter den E-Bikes: hier addieren sich Vollfederung und alltagskonforme Ausstattung schnell mal zu 28 bis 30 Kilo. Bei einem 90 Kilo Fahrer sollten dann noch mindestens 10 Kilo für Gepäck als Reserve drin sein, damit das SUV seinen Allround-Fähigkeiten auch gerecht werden kann.

Federung:

Typischerweise hat die Federgabel mindestens 100mm Federweg und ist bei SUVs für gewöhnlich einstell- sowie blockierbar und luftgedämpft. Ein echtes SUV hat optimalerweise auch eine Dämpfung im Heck – kann aber auch auf einem Hardtail aufgebaut sein. Wir meinen jedoch: das ist nur der halbe Spaß! Seine enorme Vielseitigkeit spielt ein SUV erst dann aus, wenn es mit einer Federgabel >und< einem gefederten Heck daherkommt. Natürlich gibt es Puristen, die sagen, dass man keine Federung am Heck benötige, da „die beine des Fahrers die größten Federungselemente am Bike“ sind. Das ist zwar richtig. Doch: die Fahrweise auf einem E-Bike unterscheidet sich grundsätzlich von der auf einem klassischen Mountainbike. Bei letzterem fährt man tatsächlich sehr oft nur auf den Pedalen stehend. Unter anderem auch am Berg, um im Wiegetritt mehr Kraft zu haben.

Aber genau DAS macht man mit dem E-Bike nicht: der Wiegenritt weicht einem runden, gleichmäßigen Tritt. Am Berg bleibt man auf einem E-Bike daher so lange wie möglich im Sattel sitzen. Der Tretkraftverlust durch Federungselemente ist bei E-Bike deswegen kein Thema. Und wenn, dann schaltet der E-Biker einfach in den Turbo-Modus und lächelt darüber. Der E-Biker sitzt also wesentlich öfter und länger im Sattel. Deswegen ist eine Vollfederung am SUV E-Bike in unseren Augen das einzig Wahre. Hardtails haben ihren einzigen Vorteil nur noch im etwas geringeren Kaufpreis. Einzig und allein bei Hardcore-Abenteurern, die wirklich bis nach Nepal oder Sibirien strampeln wollen, kann es Sinn machen, auch bei einem SUV vollständig auf Federungskomponenten zu verzichten: was nicht vorhanden ist, kann auch nicht kaputt gehen. Wichtig, wenn die nächste Fahrradwerkstatt einige Tagesmärsche entfernt ist.

Details:

Weitere Details, die ein SUV E-Biker perfekt machen, sind meist die Dinge, die nicht in den Ausstattungslisten eines Herstellers zu finden sind  aber in welche die Entwickler eine Menge Hirnschmal haben einfließen lassen. Das Centurion Lhasa etwa – eines der ersten, wenn nicht sogar das erste SUV E-Bike am Markt – glänzt mit einer Reihe Details, die es immer noch das Original unter den SUV E-Bikes bleiben lassen: ein schmaler Q-Faktor. Er beschreibt, wie eng die Kurbeln voneinander entfernt sind und definieren quas die „Standbreite“ auf den Pedalen. Je geringer der Q-Faktor, desto ergonomischer und effizienter der Tritt. Und: desto kraftsparender. Denn je weiter die Pedale auseinanderliegen, desto mehr Arbeit müssen der Oberkörper und die Arme verrichten, um die Kräfte auszugleichen, die beim Treten ausserhalb der Mittelachse des Fahrrades auftreten. Die Jungs von Centurion haben hier tatsächlich mit einige Kniffen den schmalsten Q-Faktor an einem E-Bike mit Bosch CX Motor realisiert.

Ein anderes Detail ist das Kabelrouting. Außen verlegte Kabel sind nicht nur unschön – im Gelände können sie auch ein Sicherheitsrisiko darstellen: wenn man mit Bremsleitugen und Schaltungen an einem Ast hängenbleibt, können Züge und Leitungen reißen und die Gefahr eines Sturzes ist hoch. Bei einem SUV sollte man daher auf sauber intern verlegte Kabel achten. Noch ein Detail, das uns beim Centurion Lhasa aufgefallen ist: einen an der Bremsscheibe verbauten Magneten für den Speed-Sensor des Rades, anstatt an einer Speiche. Damit verhindert Centurion einen Motorenausfall bzw. eine Fehlermeldung im Display aufgrund eines verdrehten Speichenmagneten. Wer öfter mal „durchs Gestrüpp“ fahren will, wird dieses Detail zu schätzen wissen. Man sieht: ein ordentlich durchdachtes und konstruiertes SUV ist wesentlich mehr, als nur Schutzbleche und Licht an ein E-MTB „dranzuklatschen“. Hersteller die ein bestehendes E-MTB einfach mit ein paar Komponenten auf SUV “pimpen”, haben den SUV Gedanken noch nicht ganz verinnerlicht. 

Die Top 5 unserer besten SUV E-Bikes für das Modelljahr 2020

Die Centurion Lhasa EQ Serie

Centurion Lhasa E R2600i EQ SMC
Foto: Hersteller

Ausstattung Centurion Lhasa E R2600i EQ SMC

  • Motor: Bosch Performance Line CX Gen4
  • Akku: Bosch PowerTube 625 Wh [S-XL] / 500 Wh [XS]
  • Schaltung: Shimano Deore XT Shadow Plus, 12 Gänge
  • Bremsen: Shimano SLX, 4-Kolben Bremsanlage, 203 mm
  • Gabel: SR Suntour Axon34 LORC mit 100mm Federweg
  • Besonderheit: kleinster Q-Faktor, Bosch Smartphone Hub
  • Bereifung: Schwalbe Smart Sam
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 150 kg
  • Preis: 4.799,- EUR

Beschreibung: Das Centurion Lhasa darf als “Urvater” der SUV E-Bkes gelten. Viele pfiffige Detaillösungen machen es für 2020 auch immer noch zu einem der besten  „All Terrain“ E-Bikes, wie Centurion selbst die Kategorie bezeichnet. Für 2020 hat Centurion seinem Lhasa den neuen Bosch Performance CX Motor der 4. Generation mitgegeben.  Federwege von 100mm in Front und Heck sorgen für Komfort auf Outdoor-Touren, die dank der Smart Sam Bereifung auch auf losem Terrain stattfinden dürfen. Das Centurion bringt äußerst stabile Wingee-Schutzbleche mit, auf denen der Gepäckträger montiert ist und 20kg tragen darf. Das Lhasa ist eines der ausgereiftesten SUV E-Bikes und glänzt mit vielen durchdachten Details. Das Topmodell kommt mit dem neuen Smartphone Hub von Bosch heraus. Hier gehts weiter zu CENTURION…

Die Conway Xyron “C” Modelle

Conway Xyron 427 C
Foto: Hersteller

Ausstattung Conway Xyron 427 C

  • Motor: Bosch Performance Line CX Gen4
  • Akku: Bosch PowerTube 625 Wh
  • Schaltung: Shimano Deore XT Shadow Plus, 12 Gänge
  • Bremsen: Shimano Deore, 4-Kolben Bremsanlage, 203 mm
  • Gabel: SR Suntour Aion35 Air LOR mit 130mm Federweg
  • Besonderheit: spielerische Geometrie, sportliche Ausrichtung
  • Bereifung: Schwalbe Hobby Nic, 60mm Breite
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 130 kg
  • Preis: 4.599,- EUR (Einstiegsmodell Xyron C227: 3.899,- EUR)

Beschreibung: Conway legt sein neues “Xyron” getauftes AllMountain E-Bike auch als SUV auf. Eine gute Wahl, denn das Xyron hat bereits als AllMountain einen gutmütigen Charakter als Allrounder. Zwei Modelle, das C227, sowie das C427, werden mit alltagstauglichen Komponenten ausgestattet. Die XYRON C Linie bietet also alles, was die normalen Xyron Fullies auch bieten – vor allem den sportlichen Grundcharakter eines Allround-E-MTB. In der Modellreihe werden diese Modelle durch eine einfaches “C” als Namenszusatz gekennzeichnet. Die SUV der Xyron der “C” Baureihe sind also im Vergleich etwas sportlicher und haben auch keine Scheu vor Singletrails. Satte 130mm Federweg sind eine klare Ansage.

Das klare Design mit dem stark abfallenden Oberohr (Sloping-Geometrie) unterstreicht die Sportlichkeit. Und es bietet Komfort in der Stadt. Die ablenkbare Sattelstütze ist im Gelände eines der wichtgetsen Details, um Bewegungsfreiheit auf dem Bike zu haben. In der Stadt ist es ein Komfortdetail, damit man an der roten Ampel bequem mit beiden Füßen auf dem Boden stehen kann. Pfiffiges Detail am Xyron C227: im Rahme des Einsteigermodells sitzt kein PowerTube Akku von Bosch, sondern der übliche Rahmenakku mit 500Wh. Eine Abdeckklappe schützt ihn. Das ist eine optisch ansprechende Lösung, die auch noch Preiswert ist. So startet man bei Conway mit preisgünstigen 3.899,- EUR in die Klasse der vollgefederten SUV. Das gefällt uns! Hier gehts weiter zu CONWAY…

Die Flyer Goroc Modelle

Flyer Goroc 4
Foto: Hersteller

Ausstattung Flyer Goroc 4

  • Motor: Panasonic GX Ultimate Motor mit 90 Nm Drehmoment
  • Akku: Panasonic Akku mit 630Wh
  • Schaltung: SRAM NX Eagle, 12 Gänge
  • Bremsen: Magura MT Trailsport, 4-Kolben Bremsanlage, 203/180 mm
  • Gabel: SR Suntour Aion35 Air LOR mit 140mm Federweg
  • Besonderheit: B&M LED IQ-X mit Tatfahrlicht, auch als S-Pedelec erhältlich
  • Bereifung: MAXXIS Forekaster SilkShield , 60mm Breite
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 149 kg
  • Preis: ab 4.799,- EUR, S-Pedelec Variante ab 5.499,- EUR

Beschreibung: Der Schweizer Pedelec-Hersteller hat schon sehr früh vollgefederte Tourenbikes angeboten und gehört damit auch zu dem Vorreitern der Klasse der SUV. Allerdings nennen die sympathischen Schweizer ihr Konzept “Crossover” Bike. Der Name des Goroc stiftet bei Kennern der Marke etwas Verwirrung: früher wurden mit “Goroc” nur die sportlichen Hardtails der Marke bezeichnet. Der Name wurde aufgegeben – um für 2020 wieder zurück zu kommen und >alle< SUV E-Bikes bei Flyer zu bezeichnen. Egal, ob Hardtail oder Fully. Auch typisch Flyer: die Namensgebung mit geraden und ungeraden Zahlen. Beim Goroc stehen die geraden Zahlen für Modelle mit dem bärenstarken Panasonic-Motor. Ein klares Alleinstellungsmerkmal der Marke Flyer.

Daneben gibt es die Goroc-Modelle mit ungerader Modellbezeichnung, die einen Bosch Motor tragen. Die niedrigen Zahlen (1 und 2) stehen dabei für das Hardtail, die hohen Zahlen (3 und 4) für das Fully. Wenn die Nomenklatur der Schweizer auch etwas für Verwirrung sorgen mag: egal, für welche Variante man sich entscheidet – die Flyer glänzen mit einem ausgewogenen Fahrgefühl, hochwertige Vollausstattung und Panasonic Motor mit intelligenter FLYER Steuerung und eine hochwertige Vollausstattung und überzeugende Qualität. Das Goroc 4 ist ebenfalls als High-Speed-Version mit einer Tretunterstützung bis 45 km/h erhältlich. Hier gehts weiter zu FLYER…

Die Riese & Müller Delite Modelle

Riese & Müller Superelite GT Touring
Foto: Hersteller

Ausstattung Riese & Müller Superelite GT Touring

  • Motor: Bosch Performance Line CX Gen4
  • Akku: Bosch PowerTube 625 Wh Dual-Akku
  • Schaltung: Shimano Deore XT Shadow Plus, 11 Gänge
  • Bremsen: Magura MT Trailsport, 4-Kolben Bremsanlage, 203/180 mm
  • Gabel: SR Suntour Aion35 Air LOR mit 100mm Federweg
  • Besonderheit: optionales ABS, auf Wunsch mehr Federweg, auch als S-Pedelec lieferbar
  • Bereifung: Schwalbe Super Moto-X, 60mm Breite
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg
  • Preis: ab 5.599,- EUR (einfacher Akku), 6.599,- EUR (Dual-Akku)

Beschreibung: Das Delite ist ein SUV E-Bike der ersten Stunde. Das Konzept das optisch massiven Tourenrades mit Vollfederung wurde anfangs belächelt. Riese & Müller hielt am Konzept fest. Der Erfolg dieses Rades sollte den Darmstädtern Recht geben. Das Superelite wurde speziell für lange Strecken entwickelt und ist im Gegensatz zum Delite bereits mit der DualBattery Technologie, das heisst: zwei vollintegrierten PowerTube Akkus in Ober- und Unterrohr, ausgestattet. Das prämierte Design mit der intelligenten Integration des neuen Bosch Performance Line CX Motors in den Rahmen, Details wie Fernlicht und auch Bremslicht und drei verschiedene Fahrwerksoptionen, bei denen die Käufer unterschiedliche Fahrwerksabstimmungen, Federwege und Tretlagerhöhen wählen können, machen das Superelite zu einem SUV für E-Biker mit höchstem Anspruch an Qualität und Langlebigkeit. Hier gehts weiter zu RIESE & MÜLLER…

Die Scott Axis eRide Modelle

Axis eRide Evo
Foto: Hersteller

Ausstattung Axis eRide Evo:

  • Motor: Bosch Performance Line CX Gen4
  • Akku: Bosch PowerTube 625 Wh
  • Schaltung: Shimano Deore XT Shadow Plus, 12 Gänge
  • Bremsen: Shimano Deore, 4-Kolben Bremsanlage, 203 mm
  • Gabel: SR Suntour XCR34 Air mit 130mm Federweg
  • Besonderheit: Supernova M99 Beleuchtung, Range-Extender möglich
  • Bereifung: Schwalbe G-One, 60mm Breite
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 128 kg
  • Preis: ab 4.999,- EUR (Fully), ab 3.099,- EUR (Hardtail)

Beschreibung: Scott hatte letztes Jahr eine beachtenswerte Studie auf Basis des Axis eRide Evo vorgestellt. Das SK eRide. Ein SUV-E-Bike, welches ganz auf die Anforderungen von Touren-Skifahrern zugeschnitten ist. Gepäckträger sorgen vorne und hinten für die Aufnahme der Skier samt Skistöcken, Skischuhe und Seil. Auch ein Gasbrenner und ein Espressokocher sind mit an Bord. Wärmende Handschützer (Bke-Pogies) und Spikereifen machen das Axis zu einem Expeditionsgefährt. Auch wenn dieses Bike eine Studie bliebt, zeigt es doch eindrucksvoll die Möglichkeiten, die in dieser neuen Fahrradkategorie schlummern. Ein Abenteurer steckt auch bereits ab Werk im Axis eRide Evo: man kann den Flaschenhalter mittels eines Adapters als Aufnahme eines Range-Extenders mit zusätzlichen 500Wh nutzen. Dann hat man genügend Reichweite an Bord, um nahezu jedes Abenteuer zu bestehen. Den Espressokocher wünschen wir uns aber trotzdem noch als offizielles Zubehör in der Preisliste. Hier gehts weiter zu SCOTT…

Das SUV als Expeditionsbike: Studie Scott SK eRide

Unser Fazit:

Ein Allrounder, der sich in jede Termin wohl fühlt, ist genau die Art von E-Bike, welches sich immer mehr Kunden wünschen. Früher hatte man mehrere klassische Fahrräder in der Garage stehen, die unterschiedlichsten Anforderungen gerecht wurden. Die stolzen Preise der E-Bikes lassen den Fahrrad-Fuhrpark schrumpfen. Man konzentriert sich auf das eine E-Bike, das einen großes Spektrum abdeckt. Die neuen SUV E-Bikes erfüllen diesen Wunsch bestens. Deshalb heißt einer der angesagtesten Trends innerhalb der E-Bikes: SUV.

Der Einstieg in dieses Segment ist – wie bei Auto – nicht ganz billig. Aber wer auf Vollfederung verzichtet, ist ab knapp 3.000,- EUR im Club der SUV-Fahrer dabei. Mit Vollfederung geht es knapp unter 4.000,- EUR los. Das scheint viel. Aber im Gegenzug erhält man ein E-Bike, das sich nicht nur auf jedem Terrain pudelwohl fühlt, sondern welches auf Langlebigkeit und Robustheit entwickelt wurde. Und mit dem man bei jedem Wetter und jeder Laune das Auto einfach mal in der Garage stehen lassen kann.