Massiv und beeindruckend liegt das Karwendel auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Der ursprüngliche Naturraum mit schroffen Kalkfelsen, blühenden Almen und türkisen Seen ist der Lebensraum von Murmeltieren, Gämsen, Steinböcken und Adlern. Und seit einiger Zeit werden im Karwendel auch E-Bikes gesichtet. 

eKarwendel Teaser from Stephan Görgl on Vimeo.

Ebiken im Karwendel: mit allen Sinnen genießen.

Wilde Täler, schroffe Berge und türkisfarbene Flüsse. Das Karwendel verspricht ursprüngliche Landschaften. Wir haben den Selbstversuch gewagt und sind mit dem österreichischen Ex-Skirennfahrer und zweifachen Weltcup-Gewinner Stephan Görgl eine geführte E-Bike Tour mitgefahren.

Tag Eins: von Scharnitz in die Eng

In Scharnitz ist es um 11:00 Uhr noch bewölkt und frisch, als uns Stephan Görgl mitsamt Naturpark-Ranger Sebastian empfängt. Wir nehmen Platz auf einem Floss am Holzfällerhaus und werden von unseren Guides eingestimmt auf die Alpenwelt, die uns nun empfängt. 

Stephan Görgl hat dem Ski-Weltcup längst den Rücken zugekehrt – aber eine Angewohnheit ist geblieben: ein warmes Frühstück. Und so genießen wir alle erst einmal ein leckeres Porridge. Gut gestärkt und mit ein paar Benimmregeln ausgestattet, starten wir ins Karwendeltal. 

Das Ziel vor Augen

Anfangs führt uns eine steile Forststraße Richtung Karwendelhaus. Dank eBikes kein Problem. Anschließend treten wir uns Kilometer um Kilometer immer tiefer über sanfte Anstiege in den Alpenpark hinein – unser erstes Etappenziel schon weit sichtbar vor Augen. 

Doch wir machen nicht am Karwendelhaus Rast, sondern fahren noch ein kleines Stück weiter zum Hochalmsattel. Dieser einzige mit dem Mountainbike zu bewältigende Ost-West-Übergang im Haupt-Karwendel bietet einen überwältigenden Blick über den Kleinen Ahornboden. 

Brotzeit am höchsten Punkt 

Am Jochkreuz, das mit 1800 Metern den höchsten Punkt unserer heutigen Tour markiert, ndet jeder Teilnehmer in seiner Edelstahl-Box eine leckere Brotzeit. Wir genießen schweigend – Berge sind stumme Lehrer. Sie machen aus uns stille und ehrfurchtsvolle Schüler. 

Vom Hochalmsattel geht es hinunter ins Johannestal. Der Weg zum Kleinen Ahornboden führt über einen breiten, aber grobschottrigen Karrenweg. Also Obacht! Wir tauchen ein in den Kleinen Ahornboden – und sind plötzlich in einer anderen Welt. 

Eine Ort der Kraft und Ruhe 

Das saftige Grün der bis zu 600 Jahre alten Bergahornbäume kontrastiert mit den kahlen Kalkfelsen der fast senkrechten abfallenden Laliderer Wände jenseits des Spieliss-Jochs. Es ist eine unwirkliche Welt. Der Eindruck wird verstärkt durch ätherische Klänge aus der Ferne. Es ist das vielschichtig vermischte und gebrochene Echo von Schafs- und Kuhglocken. 

Der Weg hinaus von diesem magischen Ort zurück in die Realität ist gut ausgeschildert. Die Strecke taleinwärts im Johannestal ist fahrerisch nicht sehr anspruchsvoll. Wir begleiten den wilden Johannesbach. Er müdet schluchtartig am unteren Talende in den Rißbach. Der verfallene Forstweg benötig hier an der Klamm etwas Aufmerksamkeit. Dann sind wir am Großen Ahornboden angelangt. 

Einmalig im gesamten Alpenraum 

Die größte Ansammlung von Bergahornbäumen im gesamten Alpenraum ist einzigartig. Offziell darf er sich der Große Ahornboden nach einer Abstimmung im österreichischen Fernsehen „Der schönste Platz in Tirol“ nennen. Beeindruckt rollen wir dem Ziel der heutigen Etappe, der Eng entgegen, wo man uns bei Karwendel-Torte und Cappuccino im Natur-Hotel „Die Eng“ begrüßt. 

Wer will, der geht danach „zum Spielen“ nach draussen: Ein kurzer, rund 20-minütiger Abstecher mit nur 300 Höhenmetern führt hinauf zur Binsalm. Das Highlight hier: der Ausblick auf den Großen Ahornboden von oben, samt Gamsjoch und Gumpenspitze. Es sieht nach Gewitter aus. 

Ein erlebnisreicher Tag klingt aus 

Damit ist in den Bergen nicht zu scherzen und wir treten den Rückweg zum Hotel an. Der erste Tag unserer Tour klingt bei Tiroler Gröstl, Schlutzkrapfen und nettem Beisammensein und enregenden Gesprächen aus. Die Nacht bricht schnell hinein ins Tal.

Tag 2: von der Eng bis Pertisau

Für die Genussradler in der Gruppe geht es heute früher los, da sie eine deutlich längere Distanz zurückzulegen haben. Am Morgen ist wenig los auf dem schmalen Asphaltband durch das Rißbachtal. Der Rißbach ist einer der letzten wilde Flüsse im Karwendel.

Türkis und ursprünglich begleitet er uns in steten Kurven bis nach Hinterriß, vorbei am Karwendel- Museum. de wir einen Besuch abstatten.

Nachdem wir die Staatsgrenze nach Bayern überquert haben, biegen wir rechts auf eine Forststrasse. Der Sylvenstein-Stausee liegt vor uns: langgezogen und türkis, eingebettet in die bewaldeten Berge, wie ein nordischer Fjord. An seinem Südufer führt ein Radweg um den See; es sind aber einige Anstiege zu bewältigen. Wir biegen in das malerische Bächental und es geht vorbei an der Jausenstation „Aquila“ zurück nach Österreich. 

 

Dank E-Motor kommt keine Lange- weile auf

Der Anstieg zur Rotwandalm zieht sich, bietet aber immer wieder abwechslungsreiche Ausblicke. Dank Motorunterstützung erarbeitet sich unsere Gruppe schließlich einen überwältigenden Blick auf die markanten Bergzacken des Karwendel-Gebirges. Nach einem kurzen letzten Anstieg ist die Rotwand-Hütte unter- halb des Juifen endlich erreicht. 

Das Mittagessen und den Ausblick auf Falken-Gruppe und Lamsenspitze haben wir uns redlich verdient. Zur Belohnung rollen wir über gut ausgebaute Forststraßen hin- unter bis nach Achenkirch. Dort steigen wir aufs Schiff und genießen die beschauliche Fahrt zurück nach Pertisau. 

Die Trail-Gruppe startet später – und kommt als erste an.

Dort erwartet uns die Trail-Gruppe schon, um die letzten Kilometer am Seeufer entlang über Kasbach zu unserem Touren-Ziel Jenbach zu bewältigen. Denn die Trailer sind eine halbe Stunde nach den Genießern vom Hotel abgefahren. Sie lassen bald ein Natur-Juwel, den Talschluss des Rißtals hinter sich. Der Weg führt schotterig und teilweise steil rund 500 Höhenmeter zur Plumsjoch- Hütte hinauf. Diese urige Bergsteigerunterkunft mit dem Flair von anno dazumal wird eingerahmt von Montscheinspitze und Bettlerkarspitze. 

Nach der kurzen Einkehr folgt eine technisch anspruchsvolle und steile Abfahrt in Serpentinen über den Plumssattel ins Gerntal. Der Blick auf die Hollerböden und den Achensee entschädigt jedoch, und bald fahren wir wieder auf einer ausgebauten Straße nach Pertisau. Das Ufer des Achensees erreichen wir vor der Cruiser-Gruppe, und springen noch schnell ins kühle Nass.

Gemeinsam zum Tourziel

Die Genießer-Gruppe kommt per Schiffan; gemeinsam strampeln wir über Kasbach zu unserem Tourenziel nach Lenbach. Gemeinsam steigen wir in bereitstehende Shuttle-Taxis und fahren zurück zu,m Startpunkt unserer Reise nach Scharnitz, wo man sich noch angeregt über die Tour unterhält. Wir sind uns alle einige: das Karwendel ist immer eine Reise wert! 

 

Die Tour mitfahren?

Dann kommt mit uns mit! Diesen Sommer starten wir eine Zusammenarbeit mit Görgl Intense und bieten das 2-tägige E-Bike-Naturabenteuer an.  Die Tour steht ganz unter dem Motto: „Wie bewege ich mich achtsam und verantwortungsvoll durch den Naturpark Karwendel“

In kleinen Gruppen das Karwendel erleben

Die Aufteilung erfolgt in 2 kleinen Gruppen: Die sportliche Familie und die ambitionierten Trailer – beide mit dem hochwertigen eBike ausgestattet. Liegt bei erster Gruppe das gemeinsame Familienerlebnis im Fokus, so will die zweite Gruppe zusammen Trails und Challenges suchen. Gestartet wird vom Startpunkt in Scharnitz. Die Tour führt über das Karwendeljoch, den Kleinen Ahornboden über das Rißtal bis zum Großen Ahornboden. In der Eng wird im Naturhotel „Die Eng“ eingekehrt. Am nächsten Morgen trennen sich die Wege: Die erste Gruppe fährt über den Sylvensteinsee auf gemütlichen Forstwegen nach Achenwald und von Achenkirch mit dem Schiff zurück nach Pertisau. Die zweite Gruppe macht sich auf dem Weg übers Plumsjoch und den sehr anspruchsvollen Trail zur Gernalm, um dann in Pertisau an den Achensee zu kommen. Von dort geht es wieder gemeisnam am Seeufer über Maurach nach Jenbach, dem Tourziel.

Termine 

3. Juli auf 4. Juli

7. August auf 8. August

5. September auf 6. September

Kosten

€ 299.- inklusive E-Bikes, Guides und Verpflegung
(€ 259.- mit privatem E-Bike – bitte vorher Bescheid geben)
€ 75,- Übernachtung im Hotel “Die Eng”

mindestens 4 – maximal 10 Teilnehmer pro Gruppe

Leistungen

eBike Guiding
Premium eBikes von NOX
eBike Logistik
Brotzeit

Fahrt mit uns durch das Karwendel

Anmeldung mit Angabe der Körpergröße per E-Mail an redaktion@ebike-zone.de

Unser Guide und Organisator Stephan Görgl (42) war bis 2012 Profiskirennläufer, der in seiner Karriere auch zwei Weltcupsiege errungen hat. Nach verletzungs-bedingtem Aus vom Profisport entdeckte er für sich das E-Bike. Stephan Görgl bietet nun geführte E-MTB-Touren in seiner Heimat an. Ihm geht es vor allem darum, die Menschen für die Natur zu sensibilisieren und ihnen ein unvergleichliches Erlebnis zu schenken.

 

Mehr erfahren:

Hier unser Interview mit dem Ex-Skirennfahrer.
Hier geht es zu seiner Homepage…