Nicht jeder Pedelec-Fahrer hat die Maße von Otto-Normalradler. Und oftmals steckt hinter dem Entschluss, sich ein Pedelec zu kaufen der Wunsch, wieder etwas mehr Sport zu treiben um ein paar Pfunde zu verlieren. Genau dafür eignet sich ein Pedelec perfekt. Leider ist jedoch das Angebot an Rädern für größere, kräftigere und schwerere Fahrer stark begrenzt. Und im Handel stehen als Testräder oftmals nur die gängigen Rahmengrößen parat. Da kann die Suche nach dem geeigneten E-Bike schnell zur Odysee werden. Das muss aber nicht sein.

Mit dem E-Bike kurbelt man die Fettverbrennung an

Fahrradfahren ist bekanntermaßen gut für Herz und Kreislauf. Dazu ist man gelenkschonend unterwegs und bewegt sich an der frischen Luft. Auch bei einem Pedelec muss man auch weiterhin selbst pedalieren, damit man sich fortbewegt. Durch die Wahl der optimalen Motorunterstützung, kann der E-Biker aber konstant die gewünschte Leistung treten, ohne sich zu unter-, aber vor allem zu überfordern. Er bleibt im sogenannten aeroben Bereich. Das ist der Bereich, in welchem die Fettverbrennung stattfindet.

Eine Trainingseinheit sollte jedoch mindestens 45 Minuten lang sein, damit die Fettverbrenung aktiviert wird. Wer das dreimal die Woche macht, wird bald den gewünschten Effekt auf der Badezimmerwaage feststellen: die Kilos fallen! Und das alles ohne zu hungern. Sondern nur aufgrund des gestiegenen Energieverbrauchs. Das E-Bike unterstützt einen dabei. Es ist ein richtiger Motivator. Sogar bei Schmuddelweter macht es Laune, rauszugehen. Und wer zur Arbeit mit dem E-Bike pendelt muss Abends gar nicht erst zum Fitnesstraining. Doch vor dem Triumph kommt eine Hürde: ein passendes E-Bike muss her.

Worauf beim Kauf eines XXL E-Bike achten?

Grundsätzlich: ein XXL E-Bike muss passen. Was so völlig selbstverständlich klingt, ist es oftmals nicht: in der Praxis wird nicht selten mit abenteuerlichen Umbauten versucht, einen zu kleinen Rahmen passend zu machen. Das liegt nicht immer nur an einem allzu großen Verkaufsinteresse eines skrupellosen Händlers. Nein – die zum Teil angespannte Liefersituation bei neue E-Bikes lässt einen XXL Kunden, der sich ein ganz bestimmtes Modell einer ganz bestimmten Marke in den Kopf gesetzt hat, sämtliche Sicherheitsbedenken über Bord werfen. »Wird schon gut gehen«, ist ein frommer Wunsch, der genau so lange andauert, bis das zu instabile Vorderrad in einer Panikbremsung kollabiert, die zu lange Sattelstange abknickt oder gar einen Rahmenbruch verursacht.

Da ein E-Bike einem höheren Verschleiß aufgrund höherer Durchschnittsgeschwindigkeit hat, die einwirkenden Kräfte dank Antrieb größer sind und es zudem öfter genutzt wird, als ein herkömmliches Fahrrad, sollte man beim Kauf keine faulen Kompromisse eingehen. Bei XXL E-Bikes wirken zudem größere Lasten durch schwerere Fahrer und / oder höhere Hebelkräfte aufgrund größerer Rahmen. Der Werkstoff Aluminium, wie er in modernen E-Bikes fast ausschließlich verwendet wird, kündigt seine Ermüdung nicht durch Verbiegen oder Stauchfalten an – sondern bricht einfach und unvermittelt. Unfälle und schwere Verletzungen können die Folge sein. Daher gilt es folgende Dinge zu beachten:

Das zulässige Gesamtgewicht kontrollieren!

Ein Pedelec unterliegt zwar nicht einer behördlichen Zulassung – aber trotzdem gibt es ein zulässiges Gesamtgewicht. Da ein Pedelec eine »elektrische Maschine« ist, muss sie entsprechend vom Hersteller auf Betriebssicherheit geprüft worden sein. Dazu legt der Hersteller auch eine zulässiges Gesamtgewicht fest. Um die maximale Zuladung zu ermitteln, zieht man davon das Gewicht des Pedelec ab. Die Differenz gibt an, wie schwer Fahrer, Bekleidung und Gepäck sein dürfen. Bei einer üblichen Freigabe von 120 kg kann das jedoch schon bei einem 90 kg Fahrer knapp werden: 25 kg das Rad, plus 5 kg Kleidung und Rucksack inklusive Trinkblase. Das wars. Da ist dann kein Platz mehr für einen Zweitakku oder das Gepäck für einen Wochenend-Bike-Trip.

Kommt es wegen Überlastung zu einem Bruch eines Bauteils und deswegen zu einem Unfall, ist der Hersteller nicht mehr in der Haftung. Der Kunde verliert bei Überschreitung des Systemgewichtes zudem die Herstellergarantie. Gerade bei Pedelecs, die öfter als konventionelle Fahrräder bewegt werden und mit denen längere Strecken mit höherem Durchschnittstempo zurückgelegt werden, lässt eine Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts die sicherheitsrelevanten Bauteile übermäßig stark verschleißen.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser! Den Händler explizit nach dem zulässigen Gesamtgewicht fragen und sich dieses schriftlich bestätigen oder auf dem Kaufvertrag vermerken lassen. Nur so hat man ggfs eine Chance auf Rücktritt vom Kaufvertrag.

Die richtige Rahmengröße wählen!

Oftmals sind schwere Fahrer auch größer. Die konventionellen Rahmengrößen enden bei L oder XL. Das entspricht üblicherweise einer Körpergröße von 195 cm. Zwar kann man mit längeren Sattelstangen und längere Vorbauten ein Fahrrad innerhalb eines gewissen Spielraumes an den Fahrer anpassen. Aber man kann nicht ein Fahrrad damit um eine ganze Rahmengröße »größer machen«. Die Kräfte, welche auf eine überlange Sattelstange wirken, sind enorm – diese kann brechen. Ein zu langer Vorbau macht die Lenkbewegungen eines E-Bikes träge und indirekt. Eine drastische Vorbauerhöhung erzwingt eine zu aufrechte Sitzposition, welche den Schwerpunkt ungünstig nach hinten verschiebt. Damit wird das Vorderrad zu stark entlastet und es kann das gefürchtete Lenkerflattern auftretet.

Und: durch all diese Maßnahmen verlängert man noch lange nicht den Radstand eines E-Bikes. Der größere Radstand ist aber für große Menschen enorm wichtig, wenn sie in Kurvenfahrt ihre Füße nicht ins Vorderrad bekommen wollen. Ein gesundes Misstrauen ist hilfreich, wenn der Händler ein E-Bike, welches er auf Lager hat, mit genannten Teilen passend machen will.

Was nicht passt, kann auch nicht passend gemacht werden! Ein professionelles Bike-Fitting hilft, die richtige Größe und Einstellung seines Bikes zu finden. Gezielt nach Herstellern von großen Rahmen fragen. Manche Hersteller bieten sogar individuelle Rahmen nach Maß an.

Auf die Details kommt es an!

Einige Hersteller haben die speziellen Anforderungen erkannt und Modelle für kräftige, große und schwere Fahrer im Angebot. Dazu wird den Bikes oftmals ein komplett neu konstruierte Rahmen spendiert, mit größeren Rohrquerschnitten, höhere Wandstärken und zusätzlichen Versteifungen. Doch ein stärkerer dimensionierter Rahmen ist längst nicht alles, auf was es zu achten gilt. Die Ausstattung eines XXL E-Bikes macht den Unterschied. Der limitierende Faktor für die Zuladung am Fahrrad ist oft das Laufrad. Für mehr Stabilität sorgen neue Laufradformate, wie der sogenannte Boost-Standard, welcher breitere Achsen verwendet. Das Laufrad wird dadurch deutlich seitenstabiler. Bei Reifen sollten Modelle mit erhöhtem Pannenschutz und verstärkter Reifenflanke eingesetzt werden. Die Montage von Tubeless-Reifen schafft zusätzlich mehr Pannensicherheit bei gleichzeitig erhöhtem Fahrkomfort und geringerem Rollwiderstand.

Die kleinen Dinge machen den Unterschied! Sich die Ausstattungsliste eines XXL Rades genau ansehen, bzw. den Händler nach den konkreten Unterschieden in der Ausstattung zum “Normalrad” fragen. Evtl. kann man einzelne Bauteile „upgraden“.

Die Sicherheit steht an oberster Stelle!

Ein XXL E-Bike muss nicht nur sicher gefahren, sondern auch gebremst werden. Ein höheres Gewicht bedeutet höhere kinetische Energie. Es gibt Scheibenbremsen mit 4-Kolben-Bremsanlagen, die an Bremsleistung nicht zu überbieten sind. Dazu sollten möglichst große Bremsscheiben mit 180 mm bis 200 mm Durchmesser verbaut werden. Doch Vorsicht: nicht jede Fahrradgabel ist für diese riesigen Formate seitens des Herstellers freigegeben. Auch andere sicherheitsrelevante Bauteile wie Lenker, Vorbau und Sattelstütze unterliegen bei schweren Fahrern deutlich höheren Belastungen. Es macht Sinn, hier auf besondere Qualität zu achten. Als bisher einziger Hersteller hat der Teilehersteller ERGOTEC seine Bauteile deswegen mit einem »Safety Level« versehen, mit welchem der Kunde die für ihn optimalen Lenker, Vorbauten und Sattelstützen in Bezug auf sein Körpergewicht aussuchen kann. Der Händler wiederum kann sicher sein, dass er diese Teile getrost verbauen darf. Diesem Safety Level liegen Prüfverfahren zugrunde, die deutlich höheren Anforderungen genügen, als der Gesetzgeber einfordert.

Safety first! Es macht Sinn, sein E-Bike mit qualitativ besseren und vom Hersteller freigegebenen Bauteilen auszurüsten, wenn man sich am oberen Ende des zulässigen Gesamtgewichts bewegt.

Aller bequemen Dinge sind Drei!

Die drei Kontaktpunkte zum Rad: Sattel, Griffe und Pedale passen XXL Fahrern oft nicht in der Standard-Ausführung, denn sie müssen ebenfalls einer höheren Belastung standhalten und besondere Anforderungen in der Ergonomie genügen. Es gibt Sättel, wie z.B. von SQ-Lab und ERGON, welche in unterschiedlichen Breiten geordert werden können und die höhere Druckbelastung besser verteilen. Dazu führt der Fachhändler eine Vermessung der Sitzknochen durch und bestimmt aufgrund des Fahrprofils und des Fahrergewichtes dann den passenden Sattel. Auch die Hände können mit ergonomischen Griffen effektiv entlastet werden. Es gibt nicht nur die bekannten Entlastungsflügel an den Griffen, sondern auch unterschiedlich starke Griffe für unterschiedlich große Griffweiten. Und für extra große Füsse gibt es auch extra große Pedale, zum Beispiel von ACROS oder WELLGO.

Nur wer bequem und schmerzfrei fährt, der fährt auch gesund und sicher! Die Ergonomie kann man mit anderen Griffen, Sattel und Pedalen verbessern.

Welches XXL E-Bike darf es denn nun werden?

Wir haben uns auf dem Markt für E-Bikes umgesehen und gezielt nach Eigenschaften Ausschau gehalten, die ein in unsere Augen ein gutes XXL-E-Bike ausmachen. Unser erster Eindruck: die Auswahl und Bandbreite wird immer größer. Manche Hersteller behandeln das Thema jedoch immer noch stiefmütterlich und haben nur ein einziges Model im Angebot. Die Zuladungen der ohnehin schwereren E-Bikes sind immer noch zu gering, Rahmengrößen zu niedrig und Komponenten nicht schwerlasttauglich. Einige Hersteller überzeugen jedoch mit konsequent durchdachten XXL-E-Bikes mit zum Teil pfiffigen Ausstattungsdetails. Egal ob vom Enduro-eMTB über Allmountain, Hardtail und Trekking-E-Bike oder aber vom City-E-Bike über Cruiser und Kompakt bis hin zum Cargo-E-Bike. Bei E-Bike ist vom Sportgerät bis zum Freizeit-Bike inzwischen für jeden etwas dabei.

Unsere Liste aktuell XXL eBikes

 

XXL eBikes
zulässiges Gesamtgewicht
BBF Genf Plus
160 kg
BH Bikes – Atom
160 kg
BH Bikes – EVO 27,5
160 kg
BH Bikes – Go Race
160 kg
BH Bikes – Rebell
160 kg
BULLS Six50
150kg
Campus BM 10 mit XL Paket
160 kg
Cannondale Centro E-Speed
150 kg
Cannondale Mavaro
150 kg
Cannondale Moterra
150 kg
Corratec Life Bike
180 kg
CUBE Reaction Hybrid HD 29
150 kg
Diamant Juna+
170 kg
Diamant Achat+
170 kg
Diamant Elan+
170 kg
Diamant Sphir+
170 kg
Diamant Ubari+
170 kg
Diamant Zagora+
170 kg
Diamant Zouma+
170 kg
Douze Cycles G4 / V2 Brose bis
225 kg
EFlow (einige Modelle)
150 kg
Elby S1
150 kg
Evinci Pike
160 kg
FLYER Upstreet
149 kg
Flyer Flogo
149 kg
FLYER Gotour Serie
149 kg
FLYER U-Serie
149 kg
FLYER TX Serie
149 kg
FLYER T Serie
149 kg
FLYER C Serie
149 kg
Gazelle Heavy Duty NL
135 kg
Giant – Prime
183 kg
Giant – Explore
183 kg
Giant – Full-E
138 kg
Giant – Dirt E+ (ohne Gepäckträger)
160 kg
Giant – alle Modelle ab MJ2019
156 kg
Grecos Eli 4
170 kg
Hercules E-Imperial
180 kg
HNF Nicolai XD1, XD2 ca.
150 kg
HNF Nicolai MD1 ca.
150 kg
HNF Nicolai UD1 ca.
150 kg
I:SY XXL
180 kg
Kalkhoff Agattu XXL
170 kg
Kalkhoff Include XXL
170 kg
Kalkhoff Select XXL
170 kg
Kalkhoff Endeavour XXL
170 kg
Kalkhoff Image XXL.
170kg
Kargon
232 kg
Kettler City HDE
160 kg
Kettler Explorer HDE
160 kg
KTM Maccina Mighty
174 kg
KTM Macina Race
143 kg
Kreidler Vitality
170 kg
LIV – alle Modelle ab MJ2019
156 kg
MAXX – eBike/Pedelec Brose bis ca.
185 kg
NICOLAI Ion G16 EBoxx ca.
160 kg
Pegasus Strong E10
180 kg
Prophete Entdecker e8.8
150 kg
Rennstahl 853
180 kg
Riese und Müller Nevo GH
160 kg
Riese und Müller Charger GH
160 kg
Riese und Müller New Charger GH
160 kg
Riese und Müller Supercharter GH
160 kg
Raleigh Dover Impuls XXL
170 kg
Raleigh Boston XXL
170 kg
Raleigh Kingston XXL
170 kg
Scott E-Genius 720 Plus
150 kg
Schauff Sumo
200 kg
Simplon Chenoa HS, Silkcarbon
140 kg
Simplon Kagu
160kg
Sinus ENA
150 kg
STROMER ST 1x
140 kg
STROMER ST 2
140 kg
STROMER ST 3
150 kg
STROMER ST 5
150 kg
Tout-Terrain Metropolitan Express
160 kg
Tout-Terrain Shopper Express
160 kg
Tout-Terrain Via Veneto Express
160 kg
Tout-Terrain Amber Road Express
160 kg
Tout-Terrain Panamericana Explore
160 kg
Univega Geo E XXL
170 kg
Urban Arrow, Family, Shorty und Cargo
275 kg
Utopia Velo
180 kg
Velo De Ville (alle Happy Size Modelle)
160 kg
Velotraum
180 kg
Victoria e-Spezial
170 kg
Victoria eUrban
170 kg
Winora Sinus Ena
150 kg
Winora Yakuun
150 kg
Winora eLoad
150 kg
YouMo One C
150 kg
YouMo One X
150 kg
YT Decoy
150 kg

 

Die Zeiten, wo »XXL« ein unattraktives Nischenmodell beschrieb, sind ein für allemal vorbei. Graue Maus war gestern. Trotzdem gestaltet sich die Suche oftmals schwierig, denn die Hersteller verstecken die Angaben zum zulässigen Systemgewicht oftmals verschämt in die tiefsten Tiefen ihrer Homepage oder in den Bedienungsanleitungen der E-Bikes. Da das zulässige Gesamtgewicht für viele Menschen ein echtes Selektionskrierium ist, gehören diese Angaben in Prospekt oder Homepage ebenso transparent aufgeführt, wie die Ausstattungsliste oder der Preis des E-Bikes. Da gibt es noch Verbesserungspotenzial seitens der Hersteller.

Bitte beachten: Unsere Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer die Liste um einen Hersteller oder ein bestimmtes Modell ergänzt wissen möchte, der schickt uns einfach eine Mail an: info@ebike-zone.de